41. Leverkusener Jazztage 2020
Sa. 14.11.2020
---Rebekka Bakken---

Norwegens phänomenale Stimme

Wenn Rebekka Bakken singt, dann weiß man ganz schnell, hier hört man eine der eindrücklichsten Stimmen Skandinaviens. Diese Frau ist einfach eine Gesangssensation!

Fernab aller Genregrenzen ist die Singer/Songwriterin allen Schubladen entwachsen und lässt aus allen Ecken Stileinflüsse zu, sei es die Folklore ihrer Heimat oder Country & Western aus den fernen USA. Sie verneigt sich mit Coverversionen vor Tom Waits und Ludwig Hirsch. Viele ihrer Kompositionen tragen die eigene Biographie in sich, und zusammen mit ihren Ansagen entsteht so ein Bild einer hoch emotionalen Frau, die in der Lage ist, all die Facetten ihrer Seele in höchster Gesangskunst ins Publikum zu verströmen.

Rebekka Bakken weiß, ihre Kompositionen optimal in Szene zu setzen, ihre Stimme – was ein Organ – verfügt über eine enorme Kraft und Tiefe. Man hat den Eindruck, es gäbe es nichts, was diese Frau nicht singen könnte. Ihre Songs erzählen von Liebe, Sehnsucht, Trennung, aber wie! Nicht popsäuselnde Platitüden werden hier verbreitet, sondern authentische – oftmals „nackte“ – Lebenserfahrungen.

Dabei ist ihre Stimme mal sanft, liebevoll, mal rotzig, attackierend, schrill, laut. Rebekka Bakken schreibt und singt aus tiefster Seele, instinktiv und offen und trifft damit direkt mitten in unsere Gefühlswelt, wir fühlen uns unmittelbar angesprochen. Hier agiert eine starke Frau in bester Singer/Songwriter-Tradition. Kein Wunder also, dass sich auch die Presse in Lobeshymnen ergießt: FAZ „Eine Sirene. Wer sie hört, ist verloren. Bis unter die Haarspitzen erotisch“, Prinz „Das Sinnlichste, was weiblicher Jazz zu bieten hat“, WELT „Die schöne Hexerin aus dem Norden“ Süddeutsche Zeitung „Eine Stimme, die einem die Sprache verschlägt“.

+++Younee+++

Von den Medien wird sie als Star-Pianistin gefeiert. Younee, die Komponistin und Singer-Songwriterin hat sich nicht nur mit ihrem einmaligen und virtuosen Klavierspiel längst einen Namen gemacht. Mittels einer überwältigenden Improvisationskraft und der außergewöhnlichen Gabe, auch live auf einem klassischen Fundament spontan und frei zu improvisieren und komponieren, definiert Younee ihre ganz eigene Stilart: Free Classic & Jazz.
Bis zum letzten Ton passiert alles intuitiv, spontan, unerwartet, ohne in kitschige Gefilde oder in eine Virtuosität um der Virtuosität willen abzugleiten. ‚That’s me, das bin ich!’ meint die inzwischen in Bayern lebende Younee. Die Art und Weise, wie Younee ihre Musik live für ihr Publikum darbietet, ist nicht nur äußerst charmant, es ist jedes Mal als würde sie ihre Musik nochmals neu erfinden.
Diese Frau kann einem ganz schön den Kopf verdrehen. Männern, wie Frauen, jungen und älteren Leuten! Vor allem aber allen, die gern Musik hören. Welche Musik, hört man sofort innerlich die Fragen nach der Einordnung anklingen. Ab dann wird es kompliziert! Younee, die klassisch ausgebildete koreanische Pianistin, spielt – fast – alles. Rachmaninoff, Chopin, Blues und Jazz, poppige Melodien und Beethoven. Auf ihrem ersten in Deutschland produzierten Album „Jugendstil“ arbeitet sie sich von Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“, Debussy und Bizet, bis hin zu Beethovens Fünfte lustvoll an großen Vorlagen ab. Mit leidenschaftlicher Strahlkraft übersetzt sie diese in Blues-Skalen, lässt sie in Off-Beats neu leuchten oder löst sie überraschend in frischen und frechen Jazz-Harmonien auf.

Bereits mit drei begann Younee Klavier zu spielen und erfand, wie sie später in einem Interview erzählte, eigene kleine Melodien. Diese Fähigkeit behielt sie auch während ihres späteren Studiums in Seoul bei und baute sie aus. Heute gehört sie zu den wenigen Pianistinnen weltweit, die das klassische Metier ebenso gut beherrschen wie Jazz und Improvisation. Auf ihrem neuen, aktuellen Album „My Piano“ hat die Musikerin diese reiche Vielfalt weiter ausgebaut. Da klingt mitreißendes Stride-Piano ebenso an, wie Klassik, Blues, Pop und Jazz. Furiose Läufe und Fugenthemen zeugen von der erstaunlichen Kraft ihrer Themen und Songs. Diese stammen sämtlich aus der eigenen Feder und machen deutlich, wie überflüssig die Sucht nach Einordnung und Abgrenzung oft genug ist. Souverän lässt sie mit ihrem präzisen Spiel stilistische Grenzen links liegen und macht Musik aus purer Leidenschaft und zur Freude ihres Publikums.

Bevor Younee aus ihrer Heimat weggegangen ist, um sich in England und Europa weiter entwickeln zu können, ist sie als Singer-Songwriterin und Komponistin in Südkorea bereits zum Star avanciert. Sie schrieb für koreanische Filmproduktionen, Pop- und Rockkünstler Songs und für sich selbst viele Hits. In England spielte sie mit Jazzgrößen wie Gary Husband Nigel Hitchcock, Richard Cottle und Derek Watkins, erhielt einen Musik Award und wurde in den erlauchten Kreis von Pianisten berufen, die beim „Steinway Festival“ spielen dürfen.